(Add-ons: (add = hinzufügen), Add-ons sind Erweiterungen, die in vielen Programmen eingesetzt werden für zusätzliche Funktionen oder zum Personalisieren)
Wie im Einstiegsbild gezeigt, kann Transformation der Bildung als Hausum- und -ausbau verstanden werden. Ich erweitere (Add-ons) das bestehende Gebäude und gestalte (Kombination der Add-ons) es nach meinen Ansprüchen und Bedürfnissen.
- Gründe für eine Bildungstransformation
- "digitale" Schule - Schule unter den Bedingungen der Digitalität
- Wege und Möglichkeiten für Bildung in Zeiten der digitalen Transformation
- Vorhandenes ausbauen und vernetzen
Eine Technologie des 21. Jahrhunderts passt nicht mit einer Pädagogik aus dem 20. Jahrhundert und einer Schularchitektur aus dem 19. Jahrhundert zusammen.
Bildung als Teil der Gesellschaft muss sich den Bedingungen der digitalen Transformation stellen. Bildung muss sich transformieren, sonst wird sie - so wie sie ist - nicht bestehen bleiben!
VUCA-Welt - Wir brauchen agile Strategien für sich schnell wandelnde Zeiten.
... und nun die positive Interpretation:
Und Schule?
Paradigmenwechsel
Reflektieren - Einordnen - Bewerten
Verständnis von Lernprozessen unter den Bedingungen der Digitalität
In allen Epochen haben Medien eine den Lernprozess prägende Funktion eingenommen. Lernkonzepte wurden durch das jeweils neue Leitmedium verändert. Dies gilt auch für das Informationszeitalter, in dem digitale Medien zum bestimmenden Medium der gesellschaftlichen Kommunikation geworden sind.
Medienverständnis:
The medium ist the message. (Marshall McLuhan)
Wahrnehmung, als Grundvoraussetzung für Lernprozesse, konstituiert sich erst durch mediale Prozesse. Lernen ist immer der Formierungsprozess des Inhalts durch/über das Transportmedium.
Digitale Medien gehören im 21. Jahrhundert zum Lernprozess - sie sind selbst Lernprozess. Sie verlangen eine aktive Auseinandersetzung des Rezipienten, der sich sowohl mit Inhalt als auch Medium und deren Einheit auseinandersetzen muss. So entstehen synästhetische Erfahrungen, die gerade in der Erstellung von Lernprodukten zu immer neuen Möglichkeiten führen. (Bild/Post, Video, Podcast, AR, VR, ...)
1. Aussage: Pädagogik vor Technik? oder das "Primat der Pädagogik"
"bestenfalls trivial" (A. Krommer)
2. Aussage: Mehrwert digitaler Medien?
zeigt eine "konservativ-bewahrpädagogische[... ]" Haltung (A. Krommer)
In times of change the greatest danger is to act with yesterday's logic. (Peter Drucker)
Um gestalten zu können, ist eine Vision unabdingbar. Sie gibt Orientierung und Richtung, ist aber kein starrer Wegweiser, sondern immmer #WorkinProgress.
Die Digitalität stellt unser heutiges Verständnis von Didaktik in Frage, da sie die Bedingungen für Lehren und Lernen verändert.
Bildung bleibt Bildung und verändert sich dabei doch entscheidend!
Wissen ist nur einen Klick entfernt!
In Frage gestellt wird:
Nicht die Brüche zwischen den Elementen der alten Ordnung stehen im Vordergrund, sondern deren Synthese in der Gegenwart. (Stalder, Felix: Kultur der Digitalität, S. 99)
Die Herausforderung der Digitalisierung liegt nicht in der Technik, sondern darin, Menschen für komplexes Denken und Handeln zu befähigen. (Mathias Wrede)
Der Mensch ist der entscheidende Faktor der digitalen Transformation.
Ausgangspunkt des Agierens ist das Verständnis der Digitalität
1. Anerkennung des Paradigmenwechsels - Wandel gestalten
oder
2. Paradigmenwechsel ablehnen - Ausgestaltung des Bestehenden
Wie stehen Lehrende den neuen Technologien und Medien gegenüber?
Die kollegiale Heterogenität stellt aus mehreren Gründen eine große Herausforderung für digitale Transformation in Bezug auf Medieneinsatz in der Schule dar, denn sie erfordert:
Bereitschaft zum lebenslangen Lernen,
Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Entwicklungen,
eine Fehlerkultur, die Fehler als Lerngelegenheiten ansieht,
Offenheit für Teamarbeit,
Vernetzung innerhalb Fachschaft und Schule, über Schule hinaus auch bis hin zur globalen Vernetzung.
Neben der technischen Ausstattung, den Zugangsbedingungen, den Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen und schulischen Rahmenbedingungen scheint man noch weitere Faktoren für den Medieneinsatz berücksichtigen zu müssen. Zusätzlich scheinen es 'innere Widerstände' der Lehrpersonen zu sein, die einem Medieneinsatz in den Schulen entgegenstehen.
Ralf Biermann: Der mediale Habitus von Lehramtsstudierenden (S.104)
Kompetenzen für ein Leben in der digitalen Welt werden zur zentralen Voraussetzung für soziale Teilhabe, denn sie sind zwingend erforderlich für einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg. Das Lernen im Kontext der zunehmenden Digitalisierung und das kritische Reflektieren werden künftig integrale Bestandteile dieses Bildungsauftrages sein. Die Länder haben nichts weniger getan als den Bildungsauftrag zu erweitern.
(aus dem Vorwort: Bildung in der digitalen Welt - Strategie der Kultusministerkonferenz, 2016)
Veränderungen lassen sich nicht aufhalten, aber man kann - MUSS - sie gestalten.
Schule muss auf die digital vernetzte Welt vorbereiten.
Schule muss selbst Netzwerkknoten in einer digital vernetzten Welt werden.
Dafür braucht es Haltung und Freiräume.
Grundsätzliche Fragen müssen gestellt, diskutiert und entschieden werden ...
... um Potentiale aufzuzeigen und auszuloten.
- Unterteilung in Fächer vs. fächerübergreifendesLernen/PBL
- Unterrichtsstunden vs. freie Zeiteinteilung/PBL
- Klassenbildung: Alter vs. Erfahrung/Interessen (PBL)
- formative vs. summative assessment: Benotung - Abschlüsse - Prüfungen vs. Assessment Center und ePortfolio
- Lernorte vs. Klassenraum
- Kommunikation und Vernetzung (4K) als Grundprinzip von Unterricht vs. Frontalunterricht
- Lehrer*in vs. Lernbegleiter*in
- Curricula-Verständnis: gelebt vs. gewollt
- OER vs. Lehrbücher
- lebenslanges Lernen vs. Abschluss
nach dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule (§1 Schulgesetz LSA)
...Recht auf eine seine Begabungen, seine Fähigkeiten und seine Neigungen fördernde Erziehung, Bildung und Ausbildung.
... Ziel ..., die freie Entfaltung der Persönlichkeit und Begabung, eigenverantwortliches Handeln und Leistungsbereitschaft zu fördern
Grundprinzipien:
- keine Defizitorientierung
- neue Fehlerkultur
- Selbstlernkompetenz
- Selbstreflexionskompetenz
- individuelle Beratung und Förderung
- offene Strukturen
UMSETZUNG? 🤷♀️
vom 7-G-Modell zu V-8_Begleitung
- gleiches Alter
- gleiche Lehrperson
- gleiches Lehrmittel
- gleiche Inhalte
- gleiches Tempo
- gleiches Ziel
- gleiche Zeit
"... sind größte Zweifel angebracht, ob die lehrerzentrierte Individualisierung eine ernsthafte Zukunft hat. Zweifel, die dadurch erhärtet werden, dass die wenigsten Lehrkräfte im alltäglichen Schulbetrieb die nötige Muße finden, sensibel zu beobachten, zu diagnostizieren und zu beraten. (Klippert 2010, S.220)" (http://andreas-helmke.de/wordpress/wp-content/uploads/2015/11/Paedagogik_2_13_Helmke_Individualisierung.pdf)
- vielfältige Wege
- vielfältige Menschen
- vielfältige Orte
- vielfältige Zeiten
- vielfältige Materialien
- vielfältige Schritte
- vielfältige Ziele
- vielfältige Rhythmen
Fazit: Add-ons müssen zu allen Beteiligten passen
4K als Grundlage
Die 4K sind nicht neu, aber im Zuge der digitalen Tansformation wieder stärker in den Fokus gerückt - zu Recht!
Wir brauchen Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität als Grundlage des Selbstverständnisses für Lehrerhandeln - in allen Phasen der Lehrer*innenbildung.
- Phase: Lehramtsstudium
- Phase: Vorbereitungsdienst
- Phase: berufliche Tätigkeit (Berufseinstieg, Fortbildung, Seiten- und Quereinstieg)
Forderung: engere Verzahnung der Phasen für Austausch, Praxisrelevanz und begleitende Bildungsforschung
Lehrer müssen selbst digital arbeiten, um lehren zu können, wie man digital arbeitet.
initiierte Projekte (Pilotphase):
- SchuLe - Netzwerk für Schulkooperation und Lehrerfortbildung
- DiSPra - Digitale Verzahnung von Studium und Praxis: Studierende übernehmen als Co-Teaching Team Unterricht von Berufseinsteigern, die wiederum während dieser Zeit Fortbildungen besuchen können (ohne Unterrichtsausfall)
- KoNet - Kommunikations-und Kollaborationsplattform: Vernetzung sowie zeitlich und thematisch begrenzte Projekte zwischen 1. und 2. Phase
- DLL - Digitales Lernlabor: Experimentierraum für Lehrende und Lernende der Universität (möglich auch für Lehrerfortbildungen), sich mit digitalen Konzepten und Tools auseinanderzusetzen und die didaktischen Möglichkeiten digitaler Medien zu erkunden.
- phasenübergreifendes ePortfolio: zur Verdeutlichung des Theorie-Praxisbezugs von Studium bis berufliche Tätigkeit, Förderung der Reflexionskompetenz und Vernetzung im Sinne des Lebenslangen Lernens
Potentiale für "digitale" Bildung in LSA:
- ESF-Fortbildung für Schulleitungen: "Prozesse digital vernetzen Lernens"
- Mikrofortbildungen
- eBildungslabor - z. B. OER-Tools in Bildung
- evangelische Akademie/Junge Akademie (Gamification)
- Kooperation mit HS Merseburg zum Thema VR
- fjp-media - Media-Scout-Juleica
- 3 BarCamps #BEO (04.04.2020, Magdeburg)
Kommunikation und Offenheit von Angeboten über Institutionen hinweg
- 3 Phasen der Lehrer*innenbildung
- 2 Ministerien
- 2 Plattformen
Digitale Medien müssen ein selbstverständlichen Teil der Bildung sein - Medienkompetenz als integraler Bestandteil von Schule.
Bildung unter den Bedingungen der Digitalität = Konstruktivismus + Konnektivismus
Netzwerke aufbauen
- gemeinsame Plattform - phasenübergreifend, um Theorie-Praxis-Verzahnung und Networking nachhaltig zu etablieren
Wissen, was möglich ist - Add-ons als Baukastensystem
Wissen teilen: sharing is caring
- OER-Plattform
- effektive Fortbildungen
Was wird gebraucht?
- zuverlässige Infrastruktur und Ausstattung
- neue Schularchitektur
- Offenheit für fächerübergreifendes, schulformübergreifendes und projektorientiertes Lehren und Lernen
- OER/5V-Freiheiten
- DSGVO-konforme und gleichzeitig praktikable Lösungen
- Flexibilität bei Veränderungen
Zeit für:
Let's start!
Credits:
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