Der enorme Fortschritt in der digitalen Kameratechnik hat in den letzten Jahren auch zu einer deutlichen Verbesserung der Einsatzmöglichkeiten von Fotofallen in der ökologischen Feldforschung geführt. Moderne Fotofallen sind zwischenzeitlich sehr praktische und äußerst leistungsfähige Messwerkzeuge, um Wildtiere störungsfrei in der der freien Wildbahn beobachten zu können. Sie gehören daher heute zum festen Methodenrepertoire der Wildbiologie. Ihre Funktionsweise ist vergleichsweise einfach. Über einen Bewegungssensor wird die Kamera ausgelöst und erfasst jedes Tier, das vor die Linse tritt. Je nach Speichervolumen können so mehrere tausend Fachinformationen im Gelände gewonnen und später ausgewertet werden.
Die Ziele des Fotofallenmonitorings
Im Projekt ‘Integrales Schalenwildmanagement im Bergwald’ werden Fotofallen vor allem zur Untersuchung der Raumnutzung von Gams, Reh und Rothirsch im jahreszeitlichen Verlauf eingesetzt. Darüber hinaus liefern die Kameras wertvolle Zusatzinformationen zu weiteren wildbiologischen Parametern, wie die Gruppengröße oder das Geschlechterverhältnis. Und schließlich können mit ihrer Hilfe auch Nachweise anderer, oft seltener Tierarten gewonnen werden.
Aufstellen der Fotofallen
Die Verteilung der knapp 80 Fotofallen im Gelände erfolgte nach einem statistisch berechneten Stichprobenraster, um wissenschaftlich belastbare Aussagen zu ermöglichen. Im Feld wurden dann im näheren Umkreis der festgelegten Rasterpunkte Bereiche ausgewählt, welche bevorzugt von Wildtieren genutzt werden (z.B. Wildwechsel).
Damit Schalenwild im Gelände auch tatsächlich erfasst wird, mussten die Kameras richtig ausgerichtet werden. Die Forscher testeten deshalb jede Fotofalle , um zu prüfen, ob die Kameras am Standort auch tatsächlich auslösen und verwertbare Bilder liefern. Dazu wurde der Speicherchip mit den Testbildern vor Ort sofort mit einem Laptop ausgelesen und eventuelle Fehlstellungen der Kamera entsprechend korrigiert.
Die Fotofallen werden in regelmäßigen Abständen von den Wissenschaftlern betreut, das heißt die Batterien erneuert, die Funktion überprüft und die Speicherkarten ausgetauscht. Die gewonnenen Bilddaten werden gesichert und Zug um Zug ausgewertet. Bereits diese Rohdaten sind spannend und geben einen ersten Eindruck von der relativen Häufigkeit der verschiedenen Arten am jeweiligen Standort im Tages- und Jahresverlauf.