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#oliradelt Bodenseetour 2023

Ein Live Tracking wird es täglich unter den folgenden Links geben:

Logbuch

Mittwoch

Route steht. Taschen sind gepackt. Wegen mir kann's losgehen. 💪

Donnerstag

Die S-Bahn hat erwartungsgemäß Verspätung. Und weil die RE2 davor noch mehr davon hatte, konnte ich die nach Mainz nehmen. Das Abteil war voll mit Fahrrädern. Bei den Wetteraussichten kamen wohl noch mehr auf die Idee, den Feiertag zum Radeln zu nutzen. 🙄 In Mainz beim Ditsch einen Brezel und Cappuccino geholt und auf meinen RegionalExpress nach Karlsruhe gewartet. Auch hier war meines nicht das einzige Fahrrad. Am Ende wollte so viele rein, dass die Zugbegleiter niemanden mehr reinließen – mich eingeschlossen. 😖 Also wartete ich eine Stunde auf die nächste Bahn. Die war nur geringfügig leerer und erst nach einem ordentlichen Kraftakt kam ich auch noch rein. Die Fahrt war dann doch lustig: Eine irische Radlergruppe, eine Familie mit Baby und ein Haufen Fahrräder im Abteil. Der Schaffner drückte zum Glück ein paar Augen zu. 😏 Wenn jemand zwischendurch aussteigen wollte, haben wir das Rad über die Köpfe rausgegeben oder über die andere Tür und der Besitzer ist dann außenrum. 😃 Um kurz nach zwei endlich in Radolfzell angekommen. Da ich nicht weiß, was mich erwartet und wie ich in den Rhythmus komme, starte ich gleich und mache mich auf den Weg richt Überlingen. Leider führt die Route erst mal weg vom See und dann kommen auch ziemlich gleich zwei krasse Steigungen – zwar kurz, aber umso heftiger. Die Apple Watch zeigt einen Puls von 174 an, absteigen ist aber keine Option 😎 Oben angekommen, muss ich erst mal Sauerstoff in die Lungen und Wasser in den Körper bringen. in anderes Ehepaar, das zwar weniger schnauft, aber auch erst mal wieder ins Trinkpause macht, ist ähnlich glücklich wie ich darüber, dass wir kein E-Bike haben. Ab jetzt läuft es leichter. Nach ca. einer Stunde mache ich eine obligatorische Pause. In Ludwigshafen setze ich mich auf eine Bank, genieße den Blick aufs Wasser und schmiere mich mit Sonnencreme ein. Dann geht’s weiter. Oft gibt es Obststände am Straßenrand, aber die Erdbeeren wären Matsch am Ziel. Also fahre ich ohne extra Vitaminzufuhr weiter. Nach etwa zwei Stunden komme ich am Campingplatz in Maurach an. Zuerst wird das Zelt aufgebaut, dann ein kleiner Spaziergang zum Strand gemacht. Da heute auch in BaWü Feiertag ist und die Geschäfte geschlossen haben, konnte ich nichts zum Kochen einkaufen. Ich werde also im Restaurant eine Kleinigkeit essen. Jetzt sitze ich vor dem Zelt, genieße ein kaltes Radler, während ich diese Zeilen schreibe. Morgen geht’s weiter. Nachtrag: Nach dem Abendessen habe ich noch fast eine Stunde auf einem Steg am See gesessen und den sonnigen Abend genossen. Ein Traum!

Freitag

Recht früh wach gewesen. Ob es von der Bundesstraße, den zwitschernden Vögeln war oder meinem Rücken, weiß ich nicht. 😅 Also fertig gemacht für den Tag, die Sanitäranlagen sind echt sauber hier. Im Restaurant einen Laugenbrezel geholt und vor dem Zelt den Kocher angeworfen für einen Kaffee. Nach dem Spülen eingepackt und das Fahrrad beladen. An der Rezeption bezahlt und um Punkt 10 ging’s los Richtung Lindau. Die Pfahlbauten von Unteruhldingen habe ich nur von weitem anschauen können, einen Museumsbesuch war es mir nicht wert. Bei Meersburg wollte ich eigentlich zu einem Supermarkt fahren. Aber hier gibt es Weinberge und irgendwie ist alles erst nach einer echt krassen Steigung zu erreichen. Tatsächlich musste ich auf dem Weg nach oben aufgeben, weil es sogar zum Schieben zu steil gewesen wäre; das Gewicht auf dem Fahrrad merkt man doch ganz schön. Also wieder umgekehrt und unten weiter gefahren. Leider wird man immer wieder vom See weggeführt. Manchmal ist nur eine Bahnlinie oder eine Baumreihe dazwischen, aber so richtig dicht am Wasser fährt man selten. Bei Hagenau auf den Schiffsanleger rausgelaufen und mal einen Blick in den See geworfen. In Immenstaad bei einem Rewe eine Kleinigkeit für mittags eingekauft und um kurz nach eins hinter Gohren eine Bank gefunden. Gegessen und einen Kaffee dazu gekocht. 😏 Gegen 14 Uhr wieder losgefahren, es sind zum Glück nur noch knapp 15 Kilometer. Wie erhofft um 15 Uhr am Campingplatz angekommen. Sie haben sogar noch Platz auf der Zeltwiese. Uff, die Nacht ist gerettet. Nachdem mir die Dame an der Rezeption gesagt hat, dass es im Restaurant heute Abend ein Barbeque-Buffet gibt, war auch der Abend gerettet. 😅 Über die Grenze nach Österreich gelaufen und bei einem Spar Wasser und was fürs Frühstück geholt. Bald darauf zum Essen gegangen. Das I-Tüpfelchen war ein Erdnuss-Parfait mit Ananas-Kompott aus dem Smoker. 🤤 Für einen Absacker an den See gelaufen und das österreichische Bierchen in der Abendsonne genossen. Morgen kommt die längste Strecke. Hoffentlich komme ich besser in meinen Rhythmus als heute. Die heftige Steigung gleich am Anfang hat mir die Kräfte für den ganzen Tag geraubt. Und ich muss noch zu mehr Pausen und mehr Flüssigkeitszufuhr zwingen. Ach ja, ein Highlight habe ich noch vergessen: Irgendwann tauchten plötzlich die Alpen am Horizont auf. Das war echt ein Traumanblick, wäre aber auf dem Handybild nicht rübergekommen. 🤷‍♂️

Samstag

Der Rücken scheint nicht so begeistert zu sein vom Campen. Aber da ich heute zeitig losfahren will, trifft es sich ganz gut, dass ich früh wach bin. Die Sanitäranlagen sind auch hier sehr sauber und nach dem Frühstück und Kaffee geht’s ans Einpacken. Wie geplant, kann ich um 9:00 abfahren. Nach wenigen Metern bin ich schon in Österreich. Bregenz ist zwar auch touristisch, gefällt mir aber bisher am besten von allen größeren Städten am See. Komoot hat mich leider nicht immer auf dem offiziellen Bodenseeradweg geführt. Das hatte den Nachteil, dass ich den See oft nicht im Blick hatte, aber dafür waren weniger andere Leute unterwegs. Und ich konnte ein bisschen typische Voralpen-Idylle erleben: Große Bauernhöfe mit Kühen und ihren Glocken auf den Weiden. Nach gerade mal eineinhalb Stunden war ich schon in der Schweiz. Ich konnte es nur an der anderen Art von Straßenschildern ausmachen; Grenzhinweise fehlten zumindest auf der Fahrradbrücke komplett. Auch hier war ich eine ganze Zeit lang noch abseits des Bodensees und leider kamen auch wieder ein paar Steigungen. Bei den kurzen heftigen habe ich dann halt auch mal geschoben, die langen mäßigen gingen gut in den unteren Gängen. Und hier und da ein Trinkpäuschen und ein Biss in den Müsliriegel oder eine Handvoll Nüsse haben ebenso geholfen. Bei Steinach Mittagspause gemacht. Da hier doch einige Leute vorbeikommen, habe ich auf den Kaffee verzichtet. Nicht, dass es am Ende noch Ärger wegen des Kochers gibt. 🙈 Da man auf den Campingplätzen keine Zeltwiesen reservieren kann, versuche ich, früh da zu sein. Also gibt’s an den Kiosken mit den „verlockenden“ Angeboten Radler, Cola, Eis usw. keinen Zusatzstopp. Um 14 Uhr auf dem Platz angekommen und eingecheckt. Die Sonne brennt runter, weshalb ich nur das Innenzelt aufbaue und mit dem Handtuch über der Wäscheleine notdürftig etwas Schatten fürs Gepäck herstelle. Dann mit dem Rad nach Konstanz gefahren, da will ich mir was zum Essen für abends und neues Wasser holen. Kurz hinter Grenze ist das Lago – ein riesiges Einkaufszentrum mit Metzger und Aldi. Das passt ja gut. Beim Metzger eine Currywurst zu Mittag gegessen und Kalbsbratwurst für abends gekauft. Beim Aldi Getränke. Am Hafen ans Ufer gesetzt und bisschen die Zeit genossen. Zurückgefahren und entschieden, dem benachbarten Schwimmbad einen Besuch abzustatten. Ist in der Übernachtung mit drin. 😊 Am See gegessen und wenigstens mit den Füßen im Schwimmbereich mal drin gewesen. Das war echt entspannend. Bei der nächsten Tour muss eine Badehose mit! Auf dem Platz den Kocher angeworfen und die Bratwürste gebraten. Also die Sonne hinter den Bäumen verschwand, den Abend mit dem kalten Bier (auf dem Platz gibt es Kühlschränke für die Gäste 👍) genossen. Zelt fertig bespannt und alles vorbereitet für eine frühe Abfahrt morgen. Nach dem Bahndesaster am Donnerstag habe ich den Plan für die Heimfahrt geändert: Ich spare mir den Weg nach Radolfzell und nehme einen frühen Zug ab Konstanz. Damit komme ich früher in die Bahn, habe hoffentlich einen besseren Platz fürs Rad und ich muss mir keine Gedanken über die Fähre machen. Also frühen Wecker gestellt.

Sonntag

Mein Wecker war auf 6:30 gestellt, aber 15 Minuten vorher wurde ich von dem aus dem Nachbarzelt wach. Die beiden hatten von Donnerstag die Nase so voll, dass sie heute die frühestmögliche Verbindung kriegen wollen. 😅 Fertig gemacht und angefangen zusammenzupacken. Ich kann erst ab 8 Uhr bezahlen, also habe ich noch Zeit für ein Frühstück. Kaffee gekocht, weiter gepackt und kurz vor acht das bestellte Brötchen geholt. Heute mal mit Gelee, den sie auf den Plätzen in kleinen Portionen verkaufen. Der Schinken gestern war leider nicht so meins. Um 8:20 losgekommen und 10 Minuten später schon am Bahnhof angekommen. Am Bahnhof festgestellt, dass die Verbindung ab Radolfzell, die ich ursprünglich geplant hatte, heute ausfällt. Was ein Glück habe ich mich umentschieden. 😨 Jetzt bin ich gespannt, wie die Rückfahrt wird, es warten einige Umstiege auf mich. 🫣 Die Befürchtungen waren nahezu unbegründet; alle Züge gingen pünktlich und waren zwar voll, aber nicht zu voll. Das hätte nachmittags sicher anders ausgesehen.Nun fehlen mir ja irgendwie die 30 Kilometer vom Morgen, also könnte ich doch … 😉 So fahre ich also nicht bis Frankfurt zum Umsteigen, sondern verlasse die Bahn aus Mannheim bereits in Riedstadt-Goddelau und fahre die Strecke nach Hause am Altrhein entlang — kam ja auch irgendwann mal aus dem Bodensee hierher. 😁 Bei der Landmetzgerei Hedderich noch einen kurzen Stopp eingelegt und ein Eis am Automat gezogen. Heute gönne ich mir das Päuschen. Um kurz nach vier am Garten angekommen und den Nachmittag/Abend mit der Familie abgeschlossen. Damit geht die kurze Radreisende zu Ende.

Resümee

Tour

Die ersten Planungen für die Tour um den Bodensee hatte ich bereits in 2020 angefangen. Leider hatten mir damals massiv steigende Corona-Zahlen in Vorarlberg und St. Gallen einen Strich durch die Rechnung gemacht; ich wusste ja nicht, was mich dann an den Grenzen erwartet. Die Idee, das Ganze mit Zelt zu machen, ist dann im letzten Jahr gereift und jetzt war es endlich so weit. Würde ich mich noch mal mit Fahrrad und Zelt auf den Weg machen? Auf jeden Fall! Würde ich wieder an den Bodensee fahren? Ich denke nicht. Teilweise war ich einfach nicht so nah am Wasser, wie ich es gerne gewesen wäre. Und der Bodensee ist gerade an so einem langen Wochenende überlaufen. Der Umstand, dass ich keine Zeltwiesen reservieren konnte, hat mich dazu gebracht, frühestmöglich anzukommen und davon abgehalten, mich auf mehr ruhige Päuschen einzulassen. Da müsste ich mir nächstes Mal was überlegen.

Ausrüstung

Hatte ich zu viel dabei? Nicht unbedingt. Manche Sachen, wie Zelt, Matte oder Kocher braucht man einfach — egal, ob die Tour 3 Tage oder 3 Wochen dauert. ie Regenkleidung und Jacke habe ich gar nicht gebraucht, aber ohne kann man nicht losfahren. Beim Trangia-Kocher hätte ich einen Topf zu Hause lassen können. Außerdem eine Gaskartusche. Und auf jeden Fall eine Powerbank; Da tut es nächstes Mal eine kleine als Notreserve. Ansonsten hat man auf den Plätzen immer irgendwo die Möglichkeit, das Handy oder die Uhr zu laden. Was kann ich im Detail sagen? ZELT: Für einen allein mag das MSR Elixir 2 etwas zu groß sein, aber ich wollte gerne ein 2-Personen-Zelt, falls mal jemand mitfährt. Es ist superschnell auf- und abzubauen und macht einfach einen wertigen Eindruck. MATTE: Die Therm-A-Rest Trail Pro nimmt zwar schon ordentlich Platz in der Packtasche ein, aber wegen meines Rückens mag ich keine dünnere mehr haben. KOCHER: Der Trangia 27 mit dem Gasbrenner-Einsatz GB74 macht einfach Spaß. Ja, er ist sperriger und schwerer als ein Miniaufsatz auf der Kartusche, aber ich mag, dass alles in sich verstaut werden kann, und durch den eingebauten Windschutz wird das Kaffeewasser ruckzuck zum Kochen gebracht.

Daten

Laut Tacho waren es am Ende 12,5 Stunden, die ich für die 208 Kilometer im Sattel saß. Ein Schnitt von 16,6. Da kann ich nächstes Mal definitiv langsamer machen. 😃