Loading

#oliradelt Moseltour 2023

Logbuch

Samstag, 30.09.

Der RE 2 nach Koblenz soll um 07:17 gehen. Also gegen 07:00 das Fahrrad gepackt und an den Bahnhof geradelt. Das Fahrradabteil war zwar nicht so leer wie gehofft, aber immerhin kam ich hinein. Jens stieg in Mainz zu und um kurz vor neun waren war in Koblenz. Dort stand die frühere RE 1, die zum Glück massiv Verspätung hatte, sodass wir direkt einsteigen und losfahren konnten. In Trier am Bahnhof Kaffee und Brötchen zum Frühstücken geholt. Um 10:45 mit dem Fahrrad gestartet und erst mal einen Abstecher zur Porta Nigra gemacht. Dann ging es Richtung Fluss und auf den offiziellen Mosel-Radweg. Gemütlich angehen lassen und zwischendurch öfter mal angehalten für ein kurzes Päuschen. Hinter Riol eine Pizzeria direkt am Radweg gesehen und für eine Mittagspause angehalten. Dann ging’s weiter. Es liegen noch rund 30 km vor uns. Mittlerweile ist auch endlich die Sonne draußen und ich kann sowohl Jacke als auch Weste verstauen. 😊 In Neumagen eine sehr hübsche Straußwirtschaft entdeckt und im Hof einen Riesling getrunken. Wieder aufs Rad, es sollen noch ca. 12 km sein. Wie so oft sind die letzten Kilometer die anstrengendsten. Um 17:40 endlich auf dem Campingplatz in Wintrich angekommen. Eingecheckt, Zelt aufgebaut und beim Besitzer ein kaltes Radler geholt. Gleich draußen in der Sonne genossen. Nicht weit entfernt ist eine Art Weinkiosk. Dort einen Flammkuchen zum Abendessen geholt und einen Rotling dazu getrunken. Seitdem die Sonne weg ist, hat es deutlich abgekühlt. Aber gerade hat die Besitzerin Decken verteilt. Da könnte man ja noch ein Weinchen … 😏 Nach dem Riesling noch einen Absacker bekommen und dann wieder zurück auf den Campingplatz gelaufen. Um kurz nach 10 müde in den Schlafsack gekrabbelt.

Sonntag, 01.10.

Die Nacht war weniger kalt als befürchtet. Hat sich der neue Schlafsack also gelohnt. 😃 Rückentechnisch war sie trotzdem früh zu Ende. Gewartet, dass die Duschen um acht geöffnet werden und fertig gemacht. Wasser gekocht und mit der neuen Maschine Espresso gemacht. Zelt abgebaut. Leider sehr nass gewesen. Daher Außen- und Innenzelt getrennt eingepackt und die Footprint-Plane oben auf die Tasche gespannt. Um 10:15 vom Campingplatz losgefahren. In Brauneberg beim Bäcker belegte Brötchen zum Mitnehmen und eine Kleinigkeit zum Frühstücken geholt. Noch sehr neblig gewesen; erst gegen halb zwölf kam die Sonne durch. Dann aber richtig. Bis abends könnte es für einen Sonnenbrand reichen. Nach gut 20 km an einem Weingut gehalten und (leider nur) ein Cola getrunken. Der Poppes, der Blutzuckerspiegel und die Beine verlangen nach einer Pause. Weiter gefahren bis kurz vor Enkirch. Dort eine ausgedehnte Mittagspause mit einem kleinen Powernap gemacht. Irgendwie ist die ganze Tour doch anstrengender als gedacht. Ist es die Erkältung von letzter Woche? Das fehlende Training? Keine Ahnung. Auf jeden Fall haben wir uns drauf geeinigt, die letzte Schleife nicht zu fahren, sondern über einen Weinberg „abzukürzen“. Die Fähre auf die andere Moselseite fährt nicht, nehmen wir also die Brücke. Die Aussagen von Google „größtenteils flach“ und „moderate Steigung“ waren für die Tonne: Ich musste schieben! 🤨🤯 Abwärts ging’s umso schneller. Bald in Bullay angekommen und einen Platz auf dem Campingplatz bekommen. Zelt aufgebaut, damit es in der Sonne noch fertig abtrocknen kann. In die Stadt gefahren zum Essen.

Montag, 02.10.

Leider häufig wach gewesen; der Rücken macht sich bemerkbar. Um acht Uhr dann aufgestanden und fertig gemacht. Kaffee gekocht und Außenzelt und Bodenplane auf den angrenzenden Zaun gehängt zum Abtrocknen. Nach wie vor alles sehr nass morgens. Um 10:15 ausgecheckt (sehr cool kontaktlos am Automaten) und zurück über die Doppelstockbrücke auf die andere Moselseite gefahren. Beim Bäcker was zum Frühstücken und fürs Mittagessen geholt und weitergefahren. Heute deutlich besser in den Takt gekommen als gestern. An der Ruine gegenüber vom Calmont gemerkt, dass wir ja eventuell auf der falschen Seite sind. Und tatsächlich: Der Moselradweg geht drüben weiter. Egal, jetzt kehren wir nicht mehr um. Also weiter geht’s. Bald wurde der Asphalt zu Schotter und dann waren wir mitten im Wald auf einem schmalen Wanderweg. Teilweise auch noch bergauf. 🥵 Kamen nur langsam voran, war aber trotzdem sehr schön. Irgendwann in einem Ort rausgekommen und wieder auf Straße fahren können. Bei Beilstein mit der Fähre übergesetzt nach Ellenz-Woltersdorf und somit wieder auf dem offiziellen D5-Radweg gewesen. Durch Cochem und viele andere Orte gefahren. Zwischendurch an einer Bank Rast gemacht und unsere Brötchen für mittags gegessen. Gegen halb vier auf dem Campingplatz in Hatzenport angekommen. Die machen morgen zu für diese Saison, also sind schon fast alle Parzellen leergeräumt. Einen Platz in der Nähe eines Stromkastens gesucht und gleich das Zelt aufgebaut, damit noch die restlichen Stellen trocken werden. Im Ort was zum Essen gesucht, aber nichts gutes gefunden. Auf die Idee gekommen, mit dem Zug nach Cochem zurückzufahren und dort was zu suchen. Das ist touristisch, da finden wir was. Und tatsächlich: In eine total urige Weinstube eingekehrt. Sehr voll drin und alles hat entsprechend länger gedauert, aber sehr lecker gegessen und getrunken. Dazu das tolle Ambiente. 🥰 Um halb neun dort rausgehetzt und an den Bahnhof. Zurück in Hatzenport standen die Räder auch noch am Bahnhof. Runter an den Campingplatz und ab ins Zelt. Gute Nacht.

Dienstag, 03.10.

Sehr früh wach gewesen. Wir sind beide froh, dass es nun die letzte Nacht gewesen ist. Versucht, das Zelt halbwegs trocken zu bekommen. Ist uns aber mehr schlecht als recht gelungen. Espresso gemacht und einen Riegel gegessen (Bäcker gibt es hier keinen und wären wegen Feiertag eh geschlossen). Um viertel vor zehn aufs Rad Richtung Koblenz. Die Wettervorhersage war etwas beunruhigend: Starker Wind und später Regen. Die meiste Zeit hatten wir aber Glück, denn der Wind kam von der Seite bzw. hinten. Um kurz vor zwölf in Koblenz am Deutschen Eck angekommen. 🤩 Entschieden, den RE 2 schon um 13:04 zu nehmen. In einem kleinen Biergarten an der Tourimeile eine Kleinigkeit gegessen und getrunken. Das war ein netter Abschluss. Mit den Rädern an den Bahnhof gerast, in die Bahn rein. In eineinhalb Stunden sind wir wieder zu Hause. 🥺 Pünktlich zur Ankunft fängt es in Rüsselsheim an zu schütten. Brauche ich auf dieser Tour also doch noch mal die Regensachen. 😓 Zuhause erst mal alles zum Trocknen ausgebreitet bzw. aufgebaut. Man fühlt sich wie die letzten Tage. Aber ich freue mich trotzdem aufs eigene richtige Bett. 😅

Resümee

Eigentlich war für dieses Wochenende eine Tour durchs Elsass geplant. Aber auf ein paar Plätzen war die Saison bereits vorbei und die Zugverbindung wurde wegen Bauarbeiten mehrfach umgeleitet, was uns ca. sechs Stunden Zugfahrt gebracht hätte. Da hatten wir beide keine richtige Lust drauf. Die Tour an die Mosel zu verlegen, war dann zwar eine spontane Idee, aber die Aussicht auf die vielen Schleifen hatte meine Vorfreude sehr gesteigert. Der zweite Tag hat uns unsere Grenzen aufgezeigt. Das muss man leider so deutlich sagen. Wir waren körperlich beide nicht gut drauf (Beine waren müde, der Hintern tat weh und wir haben keinen guten Rhythmus bekommen), und das schlägt sich dann irgendwie aufs Gemüt. Eine Schleife auszulassen und sich langsam über einen Weinberg zu quälen, wäre mir sonst niemals in den Sinn gekommen. Haben heute noch mal drüber gesprochen, an was es lag. Eventuell hatte der erste Tag uns schon zu viel abverlangt, sodass uns Kraft und Motivation am zweiten Tag fehlten. Immerhin waren wir beide keine längeren Fahrten mehr gewohnt. Da hätte man den ersten Tag sicher langsamer angehen lassen müssen. Tag 3 und 4 liefen dann wieder deutlich besser. Auch der Umweg durch den Wald hat uns nichts ausgemacht – ganz im Gegenteil, wir hatten Spaß dabei. Jetzt waren wir wohl „angekommen“ und hätten noch ein bisschen weiterfahren können. 😅 Die Lokalitäten, die Jens rausgesucht hatte oder die uns empfohlen wurden, waren echt super. In der Pizzeria hinter Riol gab es eine wirklich leckere Pizzera. Und die Straußwirtschaft in Neumagen, die Weinhütte in Wintrich, das Weingut in Bullay und die Weinstube in Cochem boten ein total schönes Ambiente und einen superleckeren Wein. 🍷😍 Am Ende wieder die Frage: Würde ich die Tour noch mal machen? Ja, definitiv. Wahrscheinlich mit angepasster Route, um an manchen Strecken etwas entspannter fahren zu können. Abschließend: Vielen Dank, lieber Jens, dass du dabei warst und für die schönen Gespräche. Hat ganz viel Spaß gemacht. 🤗