Auf dieser Reise erkundete ich den Nordwesten von Namibia. Die meiste Zeit verbrachte ich in den abgelegensten, isoliertesten Gegenden von Damaraland und Kaokoveld. Ich besuchte die Dörfer der Himba und in den ausgetrockneten Flusstälern beobachtete ich der Wüste angepasste Tiere.
Über den Etosha Nationalpark, der mir hautnahe Tierbeobachtungen präsentierte, bin ich nach 14 Tagen wieder vollkommen begeistert an meinen Anfangspunkt in Windhoek angelangt.
Damaraland
Das Damaraland umfasst etwa 48.000 km² und ist das am dünnsten besiedelte Gebiet von Namibia. Es besticht durch eine felsenreiche und zerklüftete Landschaft von rauer, einzigartiger Schönheit.
Die vornehmlich ausgedörrte, karge Landschaft wechselt zwischen Gebirgszügen und steinigen Ebenen.
Die Pflanzen- und Tierwelt in der Region hat sich an den geringen Niederschlag und die oft große Hitze perfekt angepasst.
Twyfelfontein
Im Trockenfluss des Huab ist die Suche nach den Wüstenelefanten vielver-sprechend. Diese Dickhäuter sind weltweit einzigartig, und man findet sie nur in Namibia und Mali.
Die Wüstenelefanten sind keine eigenen Spezies, sondern haben sich in die Wüste eingegliedert.
Wüstenelefanten wirken körperlich schlanker mit längeren Beinen und größeren Fußflächen, um sich im den ständig nachgebenden Sand fortbewegen zu können.
Elefanten trinken regulär jeden Tag, spätestens alle zwei Tage. Wüstenelefanten trinken selten „regulär“ und schaffen im Notfall bis zu 4 Tage ohne Trinkwasser.
Mit ihren Vorräten gehen Wüstenelefanten vorsichtiger um als ihre Artgenossen in anderen Regionen. Sie zerstören vergleichsweise deutlich weniger und achten darauf, dass Futterressourcen überleben.
Ihre Herden sind im Durchschnitt deutlich kleiner.
Die Gesamtpopulation dieser einzigartigen Tiere ist in Namibia auf ca. 80 bis 150 Tiere geschrumpft, und sie sind deshalb vor dem Aussterben bedroht.
Auf den Spuren der Giganten
Ein weiteres Tier, das unter Artenschutz steht, ist das Nashorn. Wobei das Spitzmaulnashorn, welches man in Damaraland findet, gefährdeter ist als das Breitmaulnashorn.
Da die Nashörner sehr scheue Tiere sind, ihre Anzahl klein und das Gebiet, indem sie sich bewegen riesig ist, habe ich mich mit meinem Guide und zwei Rangers mit einer 50:50 Chance auf die Suche gemacht.
Nachdem wir zwei Stunden die Spuren des Rhinos zu Fuß verfolgt haben, und ich eigentlich schon jede Hoffnung aufgegeben habe, dass wir es je einholen würden, tauchte es schließlich ganz unerwartet in unserem nahen Sichtfeld auf.
Nashörner haben ein geringes Sehvermögen, doch wird dieser Nachteil durch einen ausgeprägten Geruchsinn und einem sehr guten Gehör ausgeglichen. Überdies ist das Spitzmaulnashorn, trotz einer Masse von 800 bis zu 1.300 Kilogramm, flott und wendig unterwegs. Es erreicht ein Tempo von bis zu 55 Kilometer pro Stunde und kann sehr rasch die Richtung wechseln.
Da die Nashörner, aufgrund des Mythos vom heilenden Horn, brutal verfolgt und gewildert werden, werden sie enthornt. Das Horn wächst innerhalb von 18 Monaten wieder nach.
Dieser Prachtkerl ist DER Bulle im Gebiet und wurde von den Rangern auf den Namen „Rob“ getauft.
Kaokoland
Die Könige der Wüste
Der Wüstenlöwe
Schon seit ich den Dokumentarfilm „Wüstenkönige - Die Löwen der Namib“ gesehen habe, war es mein geheimer Wunsch einmal einen Wüstenlöwen zu Gesicht zu bekommen.
In einem Gebiet, das nicht eingezäunt und größer als die Schweiz ist, mit einer kleinen Population von etwa 150 letzten Wüstenlöwen und mit einem Zeitlimit von nur drei Tagen, ist das ein ziemlich schwieriges Unterfangen.
Doch ich hatte unfassbares Glück, im Gegensatz zu einem Giraffen. Kurz bevor ich im wunderschönen Hoanib Valley angekommen bin, haben drei Löwen eben diesen männlichen Giraffen gerissen. Dank der ausreichend vorhandenen Nahrungsquelle sind sie in der Nähe ihrer Beute geblieben.
Und ich hatte das unglaubliche Privileg, diese Trio (Sohn, Mutter und Tante) über drei Tage beobachten zu können.
Die Wüstenlöwen haben gelernt, in einer gnadenlosen Welt von flirrender Hitze, bitterer Kälte, Sandstürmen und notorischer Knappheit an Beutetieren zu überleben.
Dabei waren die berühmten Wüstenlöwen gegen Ende 1980er Jahre schon fast ausgestorben, hauptsächlich aufgrund menschlicher Aktivitäten, insbesondere von Jägern und Bauern. Die fortgesetzten Angriffe auf sie und ihr Vieh trugen maßgeblich dazu bei, warum die Löwen entweder erschossen oder vergiftet wurden.
Der Wüstenlöwe kann zwei Wochen ohne Futter auskommen, und bis zu zwei Monate überleben. Aber ein solch ausgehungerter Löwe kann der Versuchung nicht widerstehen, wenn ihm ein Esel oder eine Kuh über den Weg läuft.
Der Wissenschaftler, Philip Stander erforscht seit mehreren Jahrzehnten diese erstaunlichen Löwen und hat einen enormen Beitrag geleistet, um ihr Überleben zu sichern.
Um ein konfliktfreies Zusammenleben von Menschen und Tieren zu gewährleisten, tragen die Löwen Halsbänder. Diese dienen als Frühwarnsystem für die Farmer, aber auch um wissenschaftliche Daten zu liefern.
Hoffen wir, dass diese wohl mächtigsten und beeindruckendsten Jäger der Wüste, die man nur in Namibia findet, überleben werden.
Die Himba
Die Himba sind eines der letzten Naturvölker, die im Norden von Namibia und im Süden von Angola leben.
Sie sind ein Hirtenvolk, das von ihren Rinder- und Ziegenherden lebt. Wo sie genau leben, hängt von der Jahreszeit ab, da sie mit ihren Herden an unterschiedliche Weideplätze und Wasserstellen übersiedeln.
Auf Schönheit und Körperpflege legen die Himba einen großen Wert. Sie reiben sich täglich mit einer Creme aus Fett, Kräutern und Ockerfarbe ein. Dadurch glänzt die Haut rötlich, weshalb die Himba auch als das rote Volk bezeichnet werden.
Diese Creme schützt die Haut vor der starken Sonne, dem extrem heißen und trockenen Klima des Kaokolands und vor den Stechmücken. Auch die Haare werden mit dieser Paste eingerieben. Diese Prozedur muss etwa alle drei Monate erneuert werden.
Die Frisuren bezeugen den sozialen Stand eines Gemeinschaftsmitglieds. Heiratsfähige junge Frauen tragen zwei zur Stirn gerichtete Zöpfe. Nach der ersten Menstruation dürfen Mädchen, die nun als Frauen gelten, die Haare mit Ocker eingeriebenen Flechten samt einer Lammhaut auf dem Kopf tragen.
Die Haare von verheirateten Frauen sind überschulterlang, mit Ocker zu Flechten eingerieben und aus dem Gesicht gekämmt. Dazu tragen sie eine Fellhaube.
Ihre Bekleidung beschränkt sich auf knappe Lendenschurze aus Kalbsleder und Fell, sowie aus Schmuck. An den Hand- und Fußgelenken tragen die Frauen Messingringe und um den Hals vielfach Halsbänder, die eine symbolische Bedeutung haben.
Die Ankunft der modernen Zivilisation und der Tourismus machen der Abgeschiedenheit der Himba ein Ende, und somit auch immer mehr ihrem traditionellen Lebensstil.
Etosha
Der Etosha Nationalpark ist im Norden von Namibia und umfasst eine Fläche von 22.935 km².
Etosha bedeutet soviel wie großer weißer Platz, was auf die riesige Fläche der Salzpfanne inmitten des Parks zutrifft. In besonders guten Regenjahren läuft die Etosha-Pfanne in den Randbereichen teilweise voll und wird zur Heimat tausender Wasservögel, darunter Flamingos.
Der Nationalpark ist berühmt für seine Tierwelt. Er beheimatet 114 verschiedene Säugetiere und 340 Vogelarten.
Seit 1973 ist der gesamt Park umzäunt und mit dem Hinzufügen von künstlichen Wasserlöchern stieg der Wildbestand rapide.
Der Etosha-Nationalpark zählt zu den meistbesuchten Reisezielen in Namibia.
Eindrücke einer Safari
Afrikanischer Elefant
Männlicher Löwe
Breitmaulnashorn
Steppenzebras
Kuhantilope
Giraffen
Schwarzfersenantilope
Warzenschwein
Elenantilope
und
Springböcke & Schakal
Lustige Episoden aus der Tierwelt
Kräftemessen endet mit einem Sturz auf dem Rüssel: