Bei Erwärmung, zum Beispiel wenn man ein Kapselsegment (die Springbohne) in die Hand nimmt, beginnt die darin lebende Larve der Springbohnenmotte (Cydia deshaisiana) so heftig zu zucken, dass sich das gesamte Kapselsegment ruckartig bewegt. Da die Larve sich nur in dem geschlossenen Bohne bewegt, lässt bei flüchtiger Betrachtung des Gesetzes von der Erhaltung des Bewegungsimpulses des gemeinsamen Schwerpunktes ein Abheben oder gar eine Fortbewegung unmöglich erscheinen. Das trifft jedoch nicht zu, denn der gemeinsame Schwerpunkt beginnt schon sich zu bewegen, wenn die Larve sich nach oben abstößt, das Kapselsegment aber auf seiner Unterlage ruht. Während dieser Beschleunigung tritt auch eine äußere Kraft auf, denn die Kraft auf die Unterlage ist dann kurzzeitig höher als das Gewicht von Kapselsegment und Larve. Da der Hohlraum im Kapselsegment so klein ist, dass die Larve unmittelbar nach dem Losspringen oben anstößt, bewegt sie sich anschließend zusammen mit dem ungefähr viermal so schweren Kapselsegment noch ein kleines Stück weiter nach oben und meist auch ein Stück zur Seite. Der biologische Sinn dieses Verhaltens liegt darin, dass die Larve mitsamt ihrer Nahrung von der Sonne in den Schatten zu gelangen versucht, um einer Überhitzung zu entgehen.
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