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DÄNEMARK Herbst 2023

Tag 1

Die Wetteraussichten versprechen einen Herbst-Dänemark-Urlaub wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne. Kalt, grau, windig, toll.

Beifahrer sein ist ein echter Fulltimejob. Aufs Navi achten, Kekse und Getränke reichen, Lego zusammen bauen…

Die Reise führt uns durch ein herrlich tristes Einheitsgrau. Dieses grelle Blau am Himmel kann ja auch ganz schön aufdringlich sein. Wer braucht das schon…

Am Strand ist das völlig egal, die Freude bei der Ankunft ist jedes Mal die gleiche. Bei allen Beteiligten.

Ein wahres Großereignis am Strand: ein Boot wird an Land gezogen.

Das Haus ist gemütlich, sauber und innerhalb von kürzester Zeit unübersehbar bewohnt, die Umgebung erwartungsgemäß schön. Auf in einen regenreichen Sonntag!

Tag 2

Unser Haus hat ein Zimmer mit Meerblick. Da hinten, der etwas dunklere graue Fleck in dem anderen Grau, das ist das Meer.

Ansonsten hatten wir heute wie erwartet Regen.

Viel Regen. Den ganzen Tag.

Daher haben wir den Tag drinnen verbracht. Mit Mahlzeit im Zimmer mit Aussicht (damit wir das Meer wenigstens von weitem sehen)…

…Fingernägel lackieren (das Einheitsgrau kann ein wenig Farbe vertragen)…

… und als hätte er es geahnt, hat Stephan mit einem großen Projekt vorgesorgt: ein selbstgebauter Drachen.

Der soll nun morgen fliegen…

Tag 3

… er fliegt. Viel mehr positives gibt es aus drachentechnischer Sicht heute eher nicht zu berichten. Aber dazu später mehr. Erst mal gab es Regen. Kennen wir ja schon. Macht nix, Zeit verklüngeln ist purer Luxus und den kann man sich ruhig gönnen im Urlaub.

Mit den letzten Regentropfen waren wir am Strand. Heute war es richtig windig. Also wirklich richtig.

Er ist erstaunlich stabil, der selbstgebaute Drachen.

Und dann überschlugen sich die Ereignisse. Das Kind und ich fanden quasi gleichzeitig Bernsteine, und der erste Drachen fegte nach gerissener Leine über den Strand. Drei Menschen (also wir) rannten hinterher. Ist gut ausgegangen. Aber fliegen konnte der nicht mehr.

Tragischerweise folgte dem ersten Drachen die Wilde Hilde direkt, ehe sie wirklich im Himmel war. Das erste Mal ordentlicher Hilde-Wind und dann so was. Das war bitter. Es war einfach zu viel Wind. Also verbrachten wir die Zeit anders.

Der Frust war trotzdem groß und wir machten uns auf den Heimweg.

Drei Stück haben wir gefunden.
Sand entfernen.

Den Abend verbrachten wir mit Bügelperlen und im Zimmer mit Aussicht unterm „Leuchtkroner“.

Gute Nacht!

Tag 4

Die morgendliche Hunderunde führte mich an einem Haus vorbei, in dem vor 15 Jahren eingebrochen wurde, als wir dort unseren Urlaub verbrachten. Es wurden uns Dinge geklaut, deren Wert nichts ersetzen kann. So düster, wie das Gefühl, kam mir heute auch das Haus vor…

Auch der andere Seelenhund ist mit dabei.

Ansonsten war das Wetter ungemütlich und kalt und wir haben den Tag verklüngelt.

Tag 5

Heute morgen haben wir uns zügig fertig gemacht um das trockene Wetter zu nutzen…

… und den Leuchtturm besucht.

Die beiden knubbeligen Freunde hatten am Strand gerade genug Wind, der Hund durfte endlich mal ordentlich buddeln, das Kind hat scheinbar immer noch kein Kälteempfinden und zumindest einer der kaputten Drachen fliegt wieder. Danach wie üblich: Regen.

Tag 6

Das Wetter am Vormittag ließ es endlich mal zu, länger am Strand zu bleiben. Windtechnisch fehlt so etwas die Stufe zwischen zu viel und zu wenig. Für Sandburgen war es genau richtig und es gibt ja auch noch das Spielzeug mit den vier Rädern.

Lilli buddelt sämtliche Löcher, die ihr in Friedewalde untersagt werden, weswegen man aufpassen sollte, wo man hintritt. Auch Buddellöcher in Nähe von Stuhlbeinen bergen einen gewisse Unfallgefahr…

Kein Tag ohne Regen, daher haben wir den Nachmittag vertrödelt, das können wir ja inzwischen gut.

Tag 7

Wegen des trockenen Wetters verbrachten wir den Tag erst mal wie gestern. Der Wind ist in diesem Urlaub ein Reinfall, dafür wird das Kind zur echten Rennfahrerin (das Auto muss ganz schön was aushalten) und Lilli verfolgt weiter den Plan, maximal viele Löcher in den Strand zu buddeln.

Ist man gar nicht mehr gewohnt, dieses Blau…

So schön ein strahlend blauer Himmel ja ist, spektakulärer sind schon die Wolken. Das Licht hier erinnert mich wieder daran, dass Nordjütland Lysets Land | Land des Lichts genannt wird. Zu Recht.

Zum Abschluss des Tages waren wir in Løkken, teuer essen und Flaschenpfand-Geld in Flummis aus dem Automaten tauschen. Wie immer.

Løkken ist schon weihnachtlich beleuchtet und verbreitet irgendwie eine ganz ruhige, feierliche Atmosphäre.

Im Restaurant waren Zuckerstangen dekoriert, die das Kind im nächsten Süßigkeiten-Laden kaufen wollte. Beim Bezahlen zeigte das Kartengerät „offline“ an. Bargeld hatten wir nicht. Da packte die Verkäuferin uns die drei Zuckerstangen zusammen und schenkte sie uns. Das war so eine schöne Geste, die einem das Herz ganz warm werden lässt und dem Wort „besinnlich“ eine Bedeutung gibt.

Tag 8

Der letzte Tag. Packen, Strand, noch einmal in die Stadt (es waren noch Pfandflaschen abzugeben, da führt kein Weg an dem Flummiautomaten vorbei).

Die übliche Letzter-Tag-Melancholie hat nun auch das Kind erfasst. Tat ihr gestern noch alles weh, weil sie ihre Freunde so vermisst, ist sie sich heute sicher, dass sie einfach nach Friedewalde fahren will, ihre Lieblingsspielsachen und ihre Freunde einpacken, zurück in ein Ferienhaus fahren und dort leben möchte.

Das übliche Bild

Noch einmal Seifenblasen für Polly

ABREISE

Tschüss Meer!