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Forests for Future - Frankfurt/Skørping Ein bilaterales Erasmus+ Projekt des Gymnasium Riedberg in Frankfurt am main und der Skørping Skole in Dänemark

Das Erasmus-Projekt “Forests for Future” fand im Jahr 2022 zum ersten Mal statt.

Das Projekt brachte Schülerinnen und Schüler der Klasse 7/8 des Gymnasium Riedberg und der Skørping Skole wegen ihrer Nähe zu großen Waldgebieten zusammenzubringen.

Während das Gymnasium Riedberg einen Blick in den Taunus ermöglicht liegt die ländliche Gemeinde Skørping mitten im Rold Skov, Dänemarks größtem Wald.

Ziel war es, nach der Phase des Distanzunterrichts Naturerfahrung zu ermöglichen und durch das Arbeiten draußen unseren Umgang mit dem Wald sowie den aktuellen Zustand zu erfassen. Im Vergleich mit der dänischen Gruppe erfolgte daraus ein Ausblick, welche Bedeutung die Wälder für unsere Zukunft haben, was sich im Zuge der Klimaerhitzung verändert und was zu tun ist.

Das Logo zum Projekt wurde von Lilly Timarium aus dem Kunst LK von Frau Scharfenberg erstellt.

Die Forests for Future-AG

Die Projektgruppe trifft sich entweder freitags oder blockweise samstags, um draußen im Wald, in der Schule oder digital den Austausch im Mai vorzubereiten. Bei unseren Waldexkursionen konnten wir Erfahrungen sammeln, wie gut sich der Wald als ein Ort zur Erholung eignet. Wir haben genau hingeschaut, um zu verstehen, wie es dem Wald geht, wie er auf uns wirkt und wie ihn andere Menschen, wie Mountainbiker und Wanderer nutzen. Natürlich wurde auch deutlich, dass der Wald ein Wirtschaftsfaktor ist. Überall begleitete uns jedoch unachtsam liegengelassener Müll und gefällte Fichten.

23. März 2022 - Pflanzaktion am „Internationalen Tag der Wälder“ der Vereinten Nationen mit HessenForst

Fast 200 Bäume konnten bei einer Pflanzaktion des HessenForst durch die Teilnehmenden am Projekt zur Wiederaufforstung gepflanzt werden. Auf der Fläche stand früher ein Fichtenforst, heute liegt die Fläche brach. Ein Anblick der schon bei der Anreise auch an anderen Stellen auffiel.

Die Fichten konnten aufgrund der häufigeren Trockenheit im Sommer nicht ausreichend Harz produzieren, welches ihnen hilft, sich gegen Borkenkäfer zur Wehr zu setzen. Der starke Käferbefall breitete sich in der Monokultur leicht aus und führte zu Absterben der Bäume. Geschwächte Fichten konnten außerdem Stürmen weniger entgegensetzen und stürzten um. Insgesamt war das ein trauriger Anblick.

Der an diesem Tag gepflanzte „Wald der Zukunft“ soll ein Mischwald aus Buche, Stieleiche und Edelkastanie werden, der mehr Tieren und Pflanzen Lebensraum bietet soll und hoffentlich besser mit dem wärmeren sowie trockener Klima umgehen kann.

Vielen Dank an die netten Menschen von HessenForst für den spannenden Einblick in ihre Berufe, Herrn Läpple für die Begleitung der Gruppe, die Unterstützenden für Mitfahrgelegenheiten und die nette Dame, die der Gruppe eine Runde Eis spendierte.

Skørping Skole in Frankfurt (29. Mai bis 04. Juni 2022)

Zum ersten Mal nach der Hochphase der Pandemie konnten wir Schülerinnen und Schüler aus einem anderen Land am Gymnasium Riedberg begrüßen. Nach einer langen, aber umweltfreundlichen Anreise mit dem Zug stand zuerst das Kennenlernen außerhalb des digitalen Raums im Vordergrund. Nachdem Teambuilding wurden die jeweiligen Erfahrungen mit und in den jeweiligen Wäldern ausgetauscht. Außerdem hieß es eine gemeinsame Sprache zu finden und Begriffe zum Thema Wald auf Deutsch, Dänisch und Englisch zu finden.

Am Dienstag machte die Gruppe einen Ausflug in den Stadtwald, besuchte das StadtWaldHaus und wanderte von dort zum Goetheturm. So konnte man erfahren, wie eine große Stadt (und ihr Flughafen) den Wald prägen und bekam Zusammenhänge zum Wald durch das Team des StadtWaldHauses erklärt. Der Goetheturm brachte eine neue Perspektive über den Wipfeln der Bäume und die Bedeutung des Waldes als Ausflugs- und Erholungsziel. An diesem heißen Tag genossen alle die angenehme Luft im Wald.

Was macht Frankfurt als Stadt aus? Diese Frage stand am Mittwoch im Zentrum und sollte mithilfe einer Schnitzeljagd beantwortet werden. Es war auch eine gute Gelegenheit, gemeinsame Interessen zu entdecken und als Gruppe zusammenzuwachsen.

Am Donnerstag ging es in den Taunus. Dort wurde in fünf Waldgebieten Messungen gemacht. Naturwissenschaftliche Fragestellungen halfen, den Zustand unseres Waldes zu erfassen: Wie verändert sich die Temperatur und Luftfeuchtigkeit über den Tag? Welche Baum- und Pflanzenarten finden wir? Gibt es Spuren von Tieren oder der Nutzung durch uns Menschen? Welchen Zustand haben die Bäume?

Am letzten Tag war Zeit, Einblick in den deutschen Unterricht zu bekommen, bevor es darum ging, die am Donnerstag gesammelten Daten zu interpretieren. Es konnte festgestellt werden, dass auch die vielen Buchen und Eichen Zeichen von Trockenstress aufwiesen. Dieses Bild war in Höhenlagen ausgeprägter. Außerdem erwärmte sich der dichte Wald weniger als umliegende Brachflächen, dank der Transpiration.

Am Abend fand eine nette Abschiedsfeier statt, die durch die Gastfamilien organisiert wurde.

Forests for Future während der Projektwoche 2022

Wir nutzten die Zeit der Projektwoche, um die dänische Kultur bereits etwas kennenzulernen und die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Wälder besser zu verstehen. Wir knüpften Kontakte zum Senckenberg Institut, die zu dieser Zeit ein Citizen Science Projekt zum Zustand der Stadtbäume durchführten, um zu verstehen, wie der Klimawandel diese unter Stress setzt. Wir durften uns freundlicherweise Geräte ausleihen, die ein Gesundheitscheck für Bäume ermöglichen und die unsere Ergebnisse zu den Buchen und Eichen bestätigten. Aus Neugier testen wir auch einige Bäume auf unserem Schulhof: auch hier zeigte sich ein Hitze- und Trockenstress. Vor allem dort, wo viel Apshalt oder Beton den Baum umgab. Endlich war Zeit unsere Erkenntnisse auch einem größeren Publikum vorzustellen. Alle Ergebnisse bis zu diesem Punkt wurden als Plakate für eine Ausstellung auf dem Sommerfest zusammengestellt.

Gymnasium Riedberg besucht Skørping Skole

Zwischen dem 18. Und 24. September fand der Rückbesuch in Dänemark statt. Auf den Ausflügen am Montag (Rebild Bakker), Dienstag (Gipsmine, Teambuilding im Wald) und Mittwoch (Wanderung mit einem lokalen Naturführer) konnten wir Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Zustand und der Nutzung des Waldes kennenlernen.

Rold Skov ist ein Wald in einer ländlichen Gemeinde. Viele Menschen nutzen ihn, ganz ähnlich wie den Taunus, zur Erholung. Sein Holz wird ebenfalls wirtschaftlich genutzt. Trotzdem waren einige Dinge anders. Rebild Bakker ist eine Heidelandschaft auf sandigem Gebiet direkt am Rold Skov, unter dem Wald gibt es ein Gipsvorkommen, welches von den Menschen abgebaut wurde. Den Wald durchziehen gut angelegte Mountainbikestrecke und Wanderwege mit Hütten, an denen man sein eigenes Feuer machen darf. Feuerholz und Säge liegen zur Nutzung bereit. Insbesondere der Besuch bei einem kleinen Unternehmen, das Teambuildingmaßnahmen im Wald anbietet wird in Erinnerung bleiben:

Das Klettern auf eine 12 Meter hohe Leiter aus Baumstämmen, das Schwingen am Seil und das gemeinsame Bauen von Türmen aus Baumstämmen schweißte die deutsch-dänische Gruppe zusammen.

Der gemeinsame Ausflug nach Aalborg am Donnerstag bot einen Einblick in die dänische Kultur und das Entdecken der Street-Art im Rahmen einer Foto-Schnitzeljagd war eine spaßige Herausforderung.

Am Freitag war Zeit, den dänischen Unterricht zu besuchen und Eindrücke zu sammeln, wie anders Unterricht bei unserem skandinavischen Nachbarn ist. Das Schulgelände ist direkt im Wald gelegen, große Spiel- und Sportplätze sowie die auf dem Gelände ansässigen Grundschule prägten das Bild. Im Unterricht gab es viel Freiheit und durchgängig Nutzung der gestellten digitalen Geräte, gleichzeitig war es dabei aber oft unruhiger als bei uns.

Nach den Unterrichtsbesuchen war erneut Zeit, die Ergebnisse auf Plakaten zusammenzustellen und die Erfahrungen zu vergleichen.

Am Abend fand eine große Abschiedsfeier statt, die von den dänischen Gastfamilien organisiert wurde.

Mit vielen Gastgeschenken und neuen Freundschaften im Gepäck fuhr die Gruppe am Samstag per Zug zurück nach Frankfurt.