Digitalisierung in Schule
Unsere private und berufliche Welt hat sich verändert, sie ist digitaler geworden. Damit ist allerdings die Notwendigkeit gestiegen, Bildung diesen gesellschaftlichen Änderungen anzupassen.
Schülerinnen und Schüler sollen grundsätzlich in die Lage versetzt werden, selbstbestimmt, sachgerecht, kreativ und sozial verantwortlich zu handeln. Sie sollen nicht nur Fachkenntnisse vermittelt bekommen, sondern auch die Fähigkeit, Medien sinnvoll, adäquat, situationsbezogen und handlungsorientiert nutzen zu können. Somit gewinnen digitale Endgeräte und Angebote zunehmend an Bedeutung, auch für die Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern.
Digitale Medien bieten viele Chancen…
„Digitale Geräte und Anwendungen können praktische Helfer im Unterricht sein. Fachunterricht kann von neuen Zugangs- und Erkenntnisweisen profitieren.“ (Krautz, 2021)
Lernprozesse können mit Hilfe neuer Anwendungen digital unterstützt und somit effektiver gestaltet werden. Beispiele hierfür sind zahlreich.
Diagnoseverfahren können zielgerichtet und individuell gestaltet und eingesetzt werden. Die Daten werden unmittelbar ausgewertet und Förder- bzw. Fordermaterialien können passgenau zusammengestellt werden.
Wochenplanarbeit kann raumübergreifend immer und überall stattfinden und von den Lehrkräften situationsbedingt ergänzt werden - die Kontrolle erfolgt Dank der technischen Unterstützung in Eigenverantwortung. Digitale Medien ermöglichen auch, dass jeder Schüler und jede Schülerin im eigenen Lerntempo arbeiten kann - an individualisierten Aufgaben.
Digitale Medien haben nachweislich einen motivierenden Einfluss auf Schülerinnen und Schüler, das erhöht die Arbeits- und folglich auch die Lernbereitschaft.
Auch eine spezielle Form der Zusammenarbeit, das sogenannte kollaborative Arbeiten, wird erst mit Hilfe digitaler Medien ermöglicht - hier arbeiten Schülerinnen und Schüler gemeinsam und gleichzeitig an einem Projekt.
Der Einsatz digitaler Medien ermöglicht auch eine bessere Strukturierung von Arbeitsinhalten und -ergebnissen. Durch eine Cloudanbindung sind Inhalte auf allen Geräten von überall einsehbar. Inhalte lassen sich archivieren und jederzeit abrufen.
…bergen aber auch Risiken
Wichtig ist, dass das Nutzen digitaler Medien kein Selbstzweck wird - Pädagogik darf nicht hinter Technik zurücktreten. Digitale Medien können nach unserer Auffassung nur Mittel zum Zweck sein und Schülerinnen und Schüler bei den Lernprozessen unterstützen.
Bleibt die Frage, ab wann und in welchem Umfang…
Digitalisierung und die Entwicklung Ihres Kindes
Kinder bis zum 12. Lebensjahr sind auf Lernerfahrungen in ihrer realen Lebenswirklichkeit angewiesen. Ihre Gehirnreifung wird maßgeblich von den Reizen beeinflusst, denen sie tagtäglich ausgesetzt sind. Die Vielzahl digitaler Unterhaltungsmedien „übersteuert“ im Alltag der Kinder schon oft die Verarbeitung dieser Reize. Vor allem nach den Erfahrungen durch die Corona Pandemie muss Schule genau abwägen, wann und warum sie Kinder und ihre Lernerfahrungen an digitale Geräte bindet. Daher setzen wir digitale Medien in den Klassenstufen 5/6 bei uns nur punktuell und immer pädagogisch und fachlich begründet ein, um den gehirnphysiologischen und entwicklungspsychologischen Bedürfnissen Ihres Kindes gerecht zu werden.
„Die Schule steht vor der bislang kaum beachteten Herausforderung, die Kinder nicht unnötig weiter an die Geräte zu binden. Denn die steigende Nutzung digitaler Medien verhindert, dass die Kinder die zentralen Grundfertigkeiten, Imaginationsfähigkeit und Kulturtechniken erwerben und damit erst medienmündig werden können.“ (Bär, 2021)
Mediennutzung an unserer Schule
Klasse 5: Grundlagenvermittlung digitale Medien (Anmeldung in die schuleigenen Plattformen, Officeanwendungen, Sicherheit, Smartphone-Führerschein), Informatikunterricht und Diagnosetests unter Berücksichtigung der entwicklungspsychologischen und kognitiven Lernbedürfnisse von Kindern - Einsatz digitaler Medien auf ein Minimum begrenzt
Klasse 6: Informatikunterricht, Social-Media Training, Einbindung digitaler Medien in einzelne Unterrichtsinhalte - Einsatz digitaler Medien nur punktuell, noch immer stark eingeschränkt
Klasse 7: Informatikunterricht, Social-Media-Training (externer Workshop), Einbindung digitaler Medien in Unterrichtsinhalte, verstärkt auch „bring your own device“ - Vermehrter punktueller Einsatz digitaler Medien.
Klasse 8: Informatikunterricht, IPad-Grundlagenschulung, Einbindung digitaler Medien in Unterrichtsinhalte, „bring your own device“ - Flächendeckender unterrichtlicher Einsatz digitaler Medien
Klasse 9: Informatikunterricht, Informationstechnische Grundbildung (ITG), Möglichkeit zur stetigen Nutzung der schuleigenen IPads für unterrichtliche Zwecke, „bring your own device“ - Weitestgehend eigenverantwortlicher Einsatz digitaler Medien
Klasse 10: Informatikunterricht, selbstgesteuerte Nutzung der schuleigenen IPads für unterrichtliche Zwecke, „bring your own device“ - Eigenverantwortlicher Einsatz digitaler Medien
Die Mischung macht´s
Wir behalten Chancen und Risiken digitaler Medien für das Wohl Ihres Kindes im Blick und vermitteln stufenweise und altersgerecht eine eigenverantwortliche Nutzung digitaler Medien. Diese werden kreativ und selbstbestimmt immer im Hinblick auf unsere Bildungsziele eingesetzt.
„Aufgrund der epochalen Bedeutung der Digitalisierung für Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft ist es selbstverständlich, dass sie Gegenstand von Fachunterricht sein muss. Das bedeutet aber gerade nicht, zwangsläufig mit digitalen Geräten im Unterricht zu arbeiten. Vielmehr müssen die Prinzipien und Probleme der Digitalisierung sowie ihre Folgen für die Welt, die Mitmenschen und uns selbst verstanden und beurteilt werden.“ (Krautz, 2021)
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