Lernen Unter den BEDINGUNGEN der digitalität
Wie sieht das aus?
Auch in einer digital geprägten Welt wird gelernt - ist Lernen eine entscheidende Kompetenz.
Eine Kompetenz, die im Vergleich zur Vergangenheit noch an Bedeutung gewonnen hat auf Grund von:
Arbeitsprozesse haben sich verändert, sind schneller geworden. Neue Jobs sind entstanden, alte verschwunden.
Gesellschaft ist pluralistischer, diverser. Neue Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung sind gegeben.
Schnelligkeit und Radikalität der Veränderungen führen aber auch zu Unsicherheit und Angst. Diese Verlustängste lassen viele Menschen an alten Strukturen festhalten - einfach aus dem Grund, weil sie ihnen vertraut sind.
Es ist wichtig, sich der Veränderungen bewusst zu sein, sie zu erkennen und zu nutzen. Auf Erkenntnisse und Wissensbestände wird aufgebaut, neue kommen hinzu und manchmal muss Altes neu eingeordnet und bewertet werden.
Lerntheorien werden entwickelt, neue gewinnen an Bedeutung. Deshalb haben aber in bestimmten Bereichen und unter bestimmten Bedingungen auch die älteren Theorien ihre berechtigte Anwendung.
Schon immer falsch war die Einstellung „entweder - oder“.
Es kann nur die Devise gelten „sowohl als auch“.
Deshalb ist es wichtig, die verschiedenen Ansätze, Sichtweisen, Modelle und Konzepte zum Lernen und zur Lernpsychologie zu kennen und sich ihrer Besonderheiten bewusst zu sein, um ihren Einsatz abwägen zu können.
Für detaillierte Infos bitte Schaltflächen anklicken (externeLinks):
Und hier noch einmal als kurze Zusammenfassung und Vergleich (externer Link):
Dass Schule keine erweiterte Skinner-Box ist, muss jedem klar sein. Dass aber zum Beispiel beim Faktenlernen oder Vokabellernen ein automatisierter, auch spielerischer Testablauf im Sinne von "trial & error" zur Verstärkung durchaus in eben diesem beschränkten Bereich erfolgreich ist, lässt sich immer wieder erleben. (Bsp. Kahoot 😉)
Der Mix macht's!
Überlegungen zu Lerngruppe, -inhalt, Zeitfaktor, Medien usw. bilden für jeden Lehrenden die Grundlage der Entscheidungen.
Diese Überlegungen müssen aber den aktuellen Wissensstand einbeziehen und den Entwicklungen der Digitalisierung Rechnung tragen. Die Welt hat sich verändert. Damit muss sich auch Bildung verändern und das Lernen neu gestalten.
Das Lernen in Netzwerken wird immer wichtiger.
Lernen - als Begriff sehr unspezifisch. Was ist damit gemeint? Was ist Lernen?
Vom formellen bis zum informellen Lernen reicht die Spannbreite. Laut George Siemens liegen Lernen aus Erfahrungswerten, mentorengestütztes Lernen, Prüfungslernen, Selbstlernen und Lernen in der Gruppe dazwischen. (Siemens, G. (2006). Knowing Knowledge.)
Alle diese verschiedenen Arten zu Lernen haben ihre Daseinsberechtigung und ihre Wichtung innerhalb von Bildung verändert sich. Sie sind an bestimmte Bedingungen und Herausforderungen gebunden.
Diese Rahmenbedingungen bilden sozusagen unser LERNHABITAT.
Dieses richten wir uns individuell ein - für beide großen Bereiche des Lernens:
1. das innere, individuelle Lernen - die konstruktivistische Eigenleistung jedes Lerners
2. das äußere, konnektivistisch organisierte Lernen im Netzwerk
Die fluide Wissens- und Lerngesellschaft:
Erst durch das Zusammenspiel beider Bereiche entstehen Wissen, das angewendet werden kann; Wissen, das in Beziehung gesetzt werden kann; Wissen, das für weiteres Lernen relevant ist. Vor allem aber findet in Netzwerken das ständige Überprüfen des Wissens und die Anpassung an neue Herausforderungen und Veränderungen statt und führt so zu einem Kompetenzerwerb, der auch einer immanenten Entwicklung unterliegt.
Nichts ist so beständig wie der Wandel. (Heraklit)
Gelernt wurde schon immer und Lernen wird auch immer notwendig sein. Wenn wir zurückblicken, hat sich Lernen verändert und auch wieder nicht.
5 Grundsätze, die für Lernen immer gelten:Lernen basiert auf Wissen.
- Lernen basiert auf Wissen.
- Basiswissen ist notwendig, um Verknüpfungen herstellen zu können.
- Lernen ist ein individuell konstruktivistischer Prozess und jeder Lerner muss für sich selbst diesen Prozess leisten.
- Lernen ist ein aktiver Prozess des Lerners.
- Zum Lernen benötigt der Lerner Medien, um sich Wissen und Prozesse anzueignen.
8 Feststellungen zum veränderten Lernen unter den Bedingungen der Digitalität:
- Lernen wird zeit-, orts- und institutionsunabhängig.
- Basiswissen allein reicht nicht als Wissen aus, sondern muss um konkrete Such- und Verarbeitungsstrategien ergänzt werden.
- Wissensbereiche verschieben sich in ihrer Wichtung und neue kommen hinzu.
- Halbwertszeit von Faktenwissen sinkt und es ist ein ständiges Neulernen bzw. Vernetzung von Wissen notwendig. (Lebenslanges Lernen)
- Kompetenzen kann man sich nur durch aktive Auseinandersetzung mit den Lerngegenständen erwerben, deshalb muss der Schwerpunkt auf einem schülerzentrierten Unterricht liegen.
- Lernen wird individueller. Dies muss sich auch auf Abschlüsse/Prüfungen auswirken.
- Für Lernen als Prozess eines Individuums wird das Arbeiten in Netzwerken immer bedeutender.
- Netzwerke werden Ort des Lernens. Sie dienen nicht nur dem Erwerb von Wissen, sondern sie ermöglichen, Wissen aktuell zu halten, anzupassen und zu evaluieren.
PLN und PLE sind die neuen Klassen und Schulen.
PLN = personal/professional learning network
In der heutigen Zeit haben wir als Individuen mehr Möglichkeiten uns zu vernetzen als je zuvor. Durch digitalen Medien werden globale Kommunikation und Kollaboration zur Selbstverständlichkeit.
Beziehungen sind nicht mehr an Zeit und Ort gebunden und Menschen verbinden sich, kreieren und teilen Inhalte und werden selbst zu Netzwerkknoten.
Das PLN ist selbst immer in Entwicklung, passt sich den Anforderungen an.
PLE = personal/professional learning environment
Zusammen mit dem PLN bilden die Tools und Plattformen eine sehr persönliche Lernumgebung. Individuelle Arbeitsorganisation schafft sich verschiedene Bereiche:
- in denen Materialien gespeichert werden,
- in denen mit anderen zusammengearbeitet wird,
- auf denen kuratierte Inhalte veröffentlicht werden
Durch das Zusammenspiel aller Bereiche und die Einbeziehung des Netzwerks wird Lernen im 21. Jahrhunderts zu einem fluiden Prozess, der nicht mehr zu den starren Strukturen des im 19. Jahrhundert entstandenen Bildungssystem passt.
Bildung braucht Freiheiten - Wege zu suchen und einzuschlagen, Fehler zu machen und daraus zu lernen, eigene Inhalte zu erforschen und so die Persönlichkeit der Lernenden zu entwickeln.
Let's start!
Credits:
Erstellt mit Bildern von weisanjiang - "classroom guiyang tables" • greymatters - "graduation teen high school" • Kuma Kum - "A White Library In The Middle Of Stuttgart! It´s The City-Library Of Stuttgart." • chuttersnap - "IDS_UNTITLED_PHOTO_NAME" • rafzin p - "IDS_UNTITLED_PHOTO_NAME" • geralt - "handshake hands laptop" • Owen Beard - "My best friend Pepper" • John Schnobrich - "together now" • Patrick Tomasso - "IDS_UNTITLED_PHOTO_NAME" • Alina Grubnyak - "untitled image" • TeroVesalainen - "thought idea innovation" • DariuszSankowski - "paper romance symbol" • sasint - "grandmother kids laptop" • rawpixel - "man woman group" • Shirley Xu - "*For editorial use only. You may need a property release for any commercial use."